Wieder zuhören lernen

In unserer heutigen, von einer stark materialistisch geprägten Gesellschaft beeinflußten Gedankenwelt sind wir vor allem mit Konsumieren beschäftigt. Konsum verspricht uns Entspannung, Abschalten von der Arbeit, ein lebenswertes Leben.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Wir verzetteln uns und werden unzufriedener, suchen folglich noch mehr Konsum und der Teufelskreislauf ist geschlossen!
So verbringen wir unsere kostbare Lebenszeit mit der Suche nach Befriedigung die uns nicht befriedigt, da sie uns von unserem eigentlichen inneren Wesen ablenkt!

Wir sind immer auf der Suche und damit immer in der Zukunft- und wer nur in der Zukunft lebt(z.B. Nur auf das Wochenende hin, auf seinen Urlaub hin), lebt nicht in der Gegenwart und nur in der Gegenwart können wir hören, sehen, riechen, schmecken und vieles mehr. Es muß also das Ziel sein im Jetzt anzukommen, wenn ich mein Leben nicht verträumen will!

Nur wenn wir zu unseren ureigensten Bedürfnissen wieder Zugang erhalten, sind wir auf dem Weg zur Ganzwerdung, kommen wir in uns selber an, suchen wir nicht mehr im Außen, kommen zum Wesentlichen in uns. Dann werden wir heil und damit zufrieden.

Ich brauche das Thema hier nicht weiter zu vertiefen- jedem umsichtigen, sensiblen Menschen ist das heute bewußt!

Warum ist gerade zuhören so wichtig? Die einfache Antwort: es bringt uns in die Gegenwart. Denn nur im Jetzt können wir zuhören, nicht in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Wir kommen durch zuhören allein direkt in der Gegenwart an! Es ist nichts weiteres nötig.

Ein geeignetes Mittel dafür sind Musik bzw. Klänge. Diese sind für jeden zugänglich und einfach anwendbar.

An dieser Stelle müssen wir bezüglich ihrer Wirkung zwei Arten von Musik, völlig unabhängig von der musikalischen Stilrichtung, unterscheiden:

diejenige, die zu den eigenen Emotionen führt. Dazu gehören zum Beispiel Liebeslieder jeglicher Fasson, Schlager, Opern, und überhaupt der größte Teil der mit einem Text versehenen Musik. Das ist ja auch einleuchtend, da Worte in uns immer Emotionen anstoßen.

Es gibt allerdings auch Musik mit Texten, die in die Stille führen kann. Dazu gehören Mantras, bei denen ein kurzer Text spirituellen Inhaltes immer wieder wiederholt wird um in eine meditative Athmosphäre eintauchen zu können. Oft wirkt das jedoch befremdlich für uns westliche Menschen.

Und es gibt die Musik die in die Stille führt. Das ist die meditative Musik, die nicht aufwühlt sondern einen zu sich selbst in die eigene Mitte bringt. Diese Art Musik wird oft mit esoterischem Computergesäusel gleichgesetzt. Warum diese Musik nicht geeignet ist uns zum Heilwerden zu führen, habe ich an anderer Stelle erläutert.

Es gibt viel bessere Alternativen. Dazu gehört z.B. streng mathematisch konstruierte Musik, wie die bach'schen Instrumental-Fugen. Eine große und erhabene Musik, die allerdings großes Interesse und musikalische Vorbildung verlangt- also im Wesentlichen für Fachleute geeignet ist. Auch die großen Chorwerke der Renaissance eignen sich für ein bestimmtes Klientel. Dafür gilt Ähnliches.

Auf der Suche nach einer einfachen Musik , die denselben Zweck erfüllt kommt man dann irgendwann zwangsläufig zur Bordunmusik, bzw. zum Bordun selbst.

Der Bordun in der Musik entspricht in der Mathematik der Zahl 1. Symbolisch steht die 1 für die Einheit, in der alles enthalten ist. Im Bordunklang sind alle anderen Töne enthalten durch die natürliche Obertonreihe. Der taoistische Philosoph Lao-tse formuliert das so: aus der 1(der Schöpfer) entsteht die 2 (die Dualität), aus der 2 entsteht die 3 (Symbol für eine dritte Komponente, die Bewegung in das System bringt) und aus der 3 entstehen die 1000 Dinge(sprich die gesamte Schöpfung).

Das alles können wir in einem Ton erleben, da ein Ton alles in sich enthält. Das ist kein esoterisches Geschwafel, sondern wissenschaftlich berechenbar.

Folglich werden wir ganz von selbst mit allem verbunden wenn wir nur einen einzigen Ton hören oder noch besser: singen! Denn durch die Schwingungen der eigenen Stimme im Körper geschieht eine Synchronisierung des eigenen Körpers mit der Vorlage (Matrix- also wie der Körper im Idealfall vom Schöpfer gedacht war). Mit anderen Worten, es entsteht Ganzwerdung, Heilung!