Rilke und die Frauen

Lou Andreas-Salomé

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Gustav Meyring

Lou Andreas-Salomé (geborene Louise von Salomé; gelegentliches Pseudonym Henri Lou; in jungen Jahren auch Ljola von Salomé genannt) (* 12. Februar 1861 in St. Petersburg; † 5. Februar 1937 in Göttingen) war eine weitgereiste Schriftstellerin, Erzählerin, Essayistin und Psychoanalytikerin aus russisch-deutscher Familie.........

Als Lou Andreas-Salomé im Frühjahr 1897 von Berlin aus ihre Freundin Frieda von Bülow in München besuchte, wurde ihr Rilke vorgestellt....................

Es folgten einige gemeinsame Sommermonate in der Marktgemeinde Wolfratshausen im Isartal nahe München. Sie bewohnten drei Kammern in einem Bauernhaus und nannten die Unterkunft „Loufried“. Als Lou Andreas-Salomé zurück nach Berlin ging, folgte Rilke ihr dorthin. Er war 21 Jahre alt. Andreas-Salomé, die er als mütterliche Geliebte überschwänglich verehrte, war 36. Auch sie war heftig verliebt, behielt aber, ihrem Wesen entsprechend, gleichzeitig die Kontrolle über sich und die Situation. Sie veranlasste ihn, an seinem sprachlichen Ausdruck zu arbeiten, den sie als übertrieben pathetisch empfand. Ihrem Vorschlag entsprechend änderte er seinen eigentlichen Vornamen René zu Rainer.

Sie machte ihn mit dem Denken Nietzsches bekannt und lenkte sein Interesse auf ihre Heimat Russland; er lernte Russisch und begann, Turgenjew und Tolstoi im Original zu lesen. Dies alles geschah vorwiegend in der engen Berliner Wohnung des Ehepaares Andreas-Salomé. Rilke hatte sich ganz in der Nähe eingemietet, hielt sich aber meist bei Lou Andreas-Salomé auf, die in der Küche ihren Wohn- und Arbeitsraum hatte, während ihr Mann im Wohnzimmer arbeitete. Andreas-Salomé stellte bald fest, dass die innere Abhängigkeit des jungen, psychisch labilen Dichters ihr gegenüber ständig zunahm – eine unerwünschte Entwicklung. So drängte sie ihn im Frühjahr 1898 zu einer Italienreise, auf der sie ihn nicht begleitete.

In den Jahren 1899 und 1900 unternahmen sie dann gemeinsam zwei Reisen nach Russland, die erste, kürzere (25. April bis 18. Juni 1899) noch in Begleitung von Andreas. Die zweite Reise dauerte vom 7. Mai bis zum 24. August 1900 und gilt als Wendepunkt in der Beziehung zwischen Andreas-Salomé und Rilke (eine dritte Reise wurde für 1901 geplant, kam aber nicht zustande). Die Pfingstwoche verbrachten beide in Kiew. Die starken Eindrücke und Empfindungen dieser Zeit sollen ihren Niederschlag in seinem berühmten Stundenbuch gefunden haben (geschrieben von 1899 bis 1903). Sie gaben ihm aber auch Anlass zu Weinkrämpfen, zu „Angstverfassungen und körperlichen Anfällen“, wie Andreas-Salomé sich in ihrem Lebensrückblick erinnerte. Sie war erschrocken und besorgt, vermutete als Hintergrund eine ernsthafte psychische Erkrankung. Während eines Abstechers im August 1900 zum Urlaubsort ihrer Familie in Finnland beschloss sie, sich von Rilke zu trennen. .............

Die leidenschaftliche Beziehung ging über in eine enge Freundschaft, die bis zu Rilkes Tod im Jahre 1926 anhielt. 1937 erinnerte Sigmund Freud in seinem Nachruf auf Lou Andreas-Salomé daran, „dass sie dem großen, im Leben ziemlich hilflosen Dichter Rainer Maria Rilke zugleich Muse und sorgsame Mutter gewesen war“.

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Clara Westhoff

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Clara Westhoff

Clara Rilke, geb. Clara Henriette Sophie Westhoff (* 21. November 1878 in Bremen; † 9. März 1954 in Fischerhude) war eine deutsche Bildhauerin und Malerin.

Als Rilke im Frühjahr in Florenz ist, lernt er dort den Künstler Heinrich Vogeler kennen, der in Worpswede bei Bremen mit Fritz Mackensen eine Künstlerkolonie gegründet hat und befreundet sich mit ihm. Vogeler läd Rilke ein, das Weihnachtsfest mit ihm zu verbringen und Rilke bekommt dort, im sogenannten "Barkenhoff" Kontakt zu der Bildhauerin Clara Westhoff und der Malerin Paula Becker, die eng miteinander befreundet sind.

 Am 28. April 1901 heiratete sie Rainer Maria Rilke, und sie zogen in ein Nachbardorf Worpswedes, nach Westerwede. Dort hatte Rilke ein Haus gekauft, für dessen Innenausstattung sein Freund Heinrich Vogeler gesorgt hatte. Im Dezember 1901 kam die gemeinsame Tochter Ruth auf die Welt.

Im Sommer 1902 gab Rilke die gemeinsame Wohnung auf und zog nach Paris, um dort eine Monografie über Auguste Rodin zu verfassen. Westhoff folgte ihm kurze Zeit später und brachte die Tochter zu den Großeltern. Den Winter 1903 verbrachten sie in Rom in der Villa Strohl-Fern. Rilke wohnte im „Studio al Ponte“, das ihm der Maler Otto Sohn-Rethel, ein Freund der Maler der Künstlerkolonie Worpswede, überlassen hatte.

Clara Westhoff bewohnte auf dem Gelände ein eigenes Studio in Sichtweite.

 Sie brach den dortigen Aufenthalt ab, um zurück zu ihrer Tochter zu reisen. Die Ehe war jedoch zerbrochen, da Rilke offenbar nicht für ein bürgerliches Familienleben geschaffen war. Eine freundschaftliche Beziehung zwischen Rilke und Clara Westhoff blieb bestehen.

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Marie von Thurn und Taxis

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Die Prinzessin des Adelsgeschlechts der Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst wurde 1855 in Venedig geboren. Sie war eines von fünf Kindern von Egon Karl Franz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (4. Juli 1819 – 11. Januar 1865) und Therese Maria Beatrix Gräfin von Thurn-Hofer und Valsassina (12. Juni 1817 – 4. November 1893). Sie genoss eine anspruchsvolle kulturelle Ausbildung und sprach sechs Sprachen fließend. Sie heiratete 1876 Prinz Alexander von Thurn und Taxis aus der böhmischen Linie des Hauses Thurn und Taxis, mit dem sie drei Kinder hatte: Erich, Eugen und Alexander, genannt Pascha.

Sie sammelte Kunstwerke, pflegte Bekanntschaften zu Künstlern und unterhielt einen exklusiven Salon in Paris. So war sie bekannt mit dem Museumsfachmann Wilhelm von Bode, der Schauspielerin Eleonora Duse, dem Balletttänzer Vaslav Nijinsky, die Dichterin Anna de Noailles, dem Philosophen Rudolf Kassner, dem Historiker Horatio Brown.

 1909 lernte sie über de Noailles und Kassner den Dichter Rainer Maria Rilke kennen und beherbergte ihn 1910 auf ihrem Schloss im böhmischen Lautschin.

 Mit dem verunsicherten Dichter unternahm sie Bildungsreisen nach Weimar. Er widmete der strengen, aber freigiebigen Gönnerin seine Duineser Elegien, die er begann, während er 1911 bis 1912 auf ihrem Schloss Duino an der Adriaküste weilte.

Nach dem Tod des Dichters veröffentlichte sie ihre Erinnerungen an die Freundschaft, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sie starb 1934 auf ihrem Schloss Lautschin.

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Heimo Schwilk
Rilke und die Frauen - Biographie eines Liebenden
 
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